
Ganz deutlich zeigt dies das Beispiel einer französischen Tinder-Userin, die nach vier Jahren Nutzungsdauer bei Tinder die von ihr gesammelten Daten anforderte. Als Antwort bekam Sie 800 Seiten- voll mit persönlichen Daten, alles war bis ins kleinste Detail dokumentiert. Das Alter der Männer mit denen Sie vorzugsweise chattete, die Entfernung zum Chatpartner über Geolocation-Angriffe, ganze Chatverläufe. Tinder erstellte sogar Statistiken über ihr Flirtverhalten, dokumentierte dass sie ein und denselben Witz drei verschiedenen Männern erzählt hatte.
Vor allem alarmierend sei laut Forschern von Kaspersky Lab die Tatsache, dass bereits die simple Angabe von Geschlecht, Namen und Geburtsdatum ausreichen würde, um den App-Anbieter zu ermöglichen, die Nutzer auf anderen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, zu identifizieren. Somit ist der Nutzer alles andere als anonym – jedenfalls nicht für den Anbieter.
Zudem werden private Daten wie auch bei anderen Anwendungen oft für gezielte Werbeanzeigen genutzt. Auch interessant ist, dass alle Dating-Apps den Zugriff auf die Kontakte auf dem Smartphone des Nutzers erfordern. Womit auch die Daten der Kontakte auf dem Handy nicht mehr sicher sind. Wissenschaftler fanden heraus, dass 86% der Apps die Standortdaten des Users sammeln (Geolocation), 46% greifen sogar unbemerkt auf Kamera und Mikrofon zu.
Dies trifft im Übrigen nicht nur auf Dating-Apps zu, über 300 bekannte Apps spionieren ihre Nutzer unerlaubt aus! Die gesammelten Daten werden dann für benutzerspezifische Werbung genutzt oder sogar verkauft. Darüber informiert wird man in der Regel nicht.
Forscher raten aufgrund dieser Tatsachen dazu, genau zu prüfen, welche Informationen man bei der Verwendung von Dating-Apps oder andern Anwendungen preisgibt. Mit privaten Details sollte gespart werden. Außerdem ist es am besten, öffentliche Hotspots zu vermeiden und ein VPN zu aktivieren.




